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Zukunft im Blick: Wie das Vogtland der Dürre trotzt

| Wassernachrichten

Sicherer Verbund im Klimawandel: Warum unser Trinkwasser der Dürre trotzt

Das trockene Jahr 2025 hat deutliche Spuren in der regionalen Wasserbilanz hinterlassen. Wichtige Zuflüsse aus der Schneeschmelze fehlten, die geringen Regenmengen gingen nicht in die Tiefe und die Grundwasserneubildung blieb aus. Dank einer vorausschauenden Strategie, modernen Modellierungsprojekten und einem starken Verbundsystem bleibt die Trinkwasserversorgung im Vogtland jedoch absolut krisenfest.

“Wir simulieren schon heute die Dürreperioden von morgen, um unsere Wasserschutzgebiete generationengerecht zu sichern. Das ist gelebter Klimaschutz direkt vor unserer Haustür!”

Wenn in langanhaltenden Trockenphasen die Spitzenabgabe der Wasserwerke das eigentlich über das Jahr kalkulierte Grundwasserdargebot übersteigt, schauen wir als Versorger ganz genau hin. Das Jahr 2025 zeigte klimatische Schwankungen in aller Deutlichkeit: In diesem sehr trockenen Jahr liefen die Wasserwerke im Vogtland zeitweise bei rund 50 Prozent ihrer sonst üblichen Leistung. Im direkten Vergleich zu den Vorjahren wird der Rückgang beim Rohwasseraufkommen an den Zahlen deutlich: Konnten 2021 noch fast 5,0 Millionen Kubikmeter und 2024 immerhin 4,5 Millionen Kubikmeter aus eigenen Quellen gewonnen werden, waren es 2025 nur rund 4 Millionen Kubikmeter. Die Eigenförderung sinkt dabei auch bewusst, da wir die natürliche Neubildung aktiv unterstützen und die Ressourcen schonen. Quellen und Anlagentechnik schützen wir über Pegelmessungen.

Das Verbundnetz fängt die Trockenheit ab 

Für die Verbraucher blieb diese Drosselung vollkommen unbemerkt. Die fehlenden Mengen wurden unkritisch kompensiert. Möglich macht dies das engmaschige regionale Verbundsystem, das eine perfekte Redundanz bietet. Über die vogtländischen Talsperrenwasser- Ressourcen wird der Bedarf flexibel ausgeglichen. Diese Strategie hat im Vogtland Tradition: Bereits im frühen 20. Jahrhundert wurden die ersten Talsperren errichtet, um die Wasserversorgung an gestiegene Bedarfe von Bevölkerung und Industrie anzupassen.
Der voraussichtliche Fernwasserbedarf des Versorgungsgebietes wird jeweils zwei Jahre im Voraus angemeldet. Eine tragende Rolle spielt dabei die enge Kooperation mit der Landestalsperrenverwaltung und Fernwasser Südsachsen. Die Stauziele der Talsperren konnten trotz der Trockenheit gehalten werden, in der Praxis gilt: Höhere Füllstände in den Talsperren sichern nicht nur die Menge, sondern sorgen gleichzeitig für eine spürbar bessere Rohwasserqualität. Die aktuellen Füllstände sind über die Talsperrensteuerzentrale für die Öffentlichkeit jederzeit transparent einsehbar:

https://www.ltv.sachsen.de/tsz/tsm/zmwe.html

Zukunft im Blick: Grundsatzversorgungskonzeption 2030

“Wasserstrategie: Durch gezielte Drosselung mittels Pegelüberwachung schützen wir die lokalen Ressourcen aktiv vor Überlastung.”

Um auch langfristig im Sinne der Nationalen Wasserstrategie der Bundesregierung handlungsfähig zu bleiben, setzen wir auf wissenschaftliche Simulationen. Diese Strategie fordert einen generationengerechten Schutz unserer Wasserressourcen und den Ausbau resilienter Verbundnetze, um die Trinkwasserversorgung trotz des Klimawandels dauerhaft zu sichern. Im Rahmen der regionalen Grundsatzversorgungskonzeption 2030 nutzen wir das sächsische Modellierungsprojekt Kliwes 3.0 (Klimawandel und Wasserhaushalt in Sachsen). Dieses dient zur landesweiten Modellierung des Wasserhaushaltes und der Grundwasserneubildung unter den Bedingungen des Klimawandels. Die flächendeckenden Simulationsergebnisse sind für Öffentlichkeit und Fachnutzer barrierefrei im Viewer einsehbar:

https://gwn-sachsen.de/viewer/karten/

Die Berechnungen des Modells zeigen das zukünftige Grundwasserneubildungspotenzial, also wie viel neues Grundwasser zukünftig in verschiedenen Szenarien entstehen kann. Auf Basis der Flächen unserer Wasserschutzgebiete simulieren wir, wie sich die Neubildungsraten unter dem Einfluss zunehmender Trockenzeiten verändern werden. Diese Ergebnisse werden kontinuierlich mit den realen Entnahmemengen der Wasserwerke abgeglichen. Auch kontrollieren wir die Dargebote über Pegelmessungen. Droht eine Überlastung der lokalen Depots, können wir sofort reagieren: Die Entnahme in den Werken kann gezielt gedrosselt oder vorübergehend reduziert werden, um der Natur die nötige Zeit zur Grundwasserneubildung zu geben und die Ressourcen zu schonen. Das Vogtland zeigt damit, wie modernes, klimagerechtes Wassermanagement in der Praxis funktioniert.

Trinkwasserschutz Gebiet
Unsere Kollegen bei einer Begehung im Quellgebiet Meßbach
Unsere Kollegen bei einer Begehung im Quellgebiet Meßbach